Paternkofel 2744 m

Paternkofel 2744 m

Im Juni 2006 entschlossen Oliver und ich uns kurzfristig, die Sextener Dolomiten zu besuchen und in der Gegend der berühmten 3 Zinnen eine Bergtour zu machen.
Grund dafür war eine Unwettermeldung die die Besteigung des Großglockners in unserem Zeitfenster zunichte machte.
Da ich die Gegend bereits von Früher her kannte,machte ich den Vorschlag uns nach der Ankunft den herrlich gelegenen Misurina-See anzuschauen.Danach zur Auronzo-Hütte an den 3 Zinnen aufzusteigen und direkt über den Paternsattel wandernd in der Dreizinnen-
Hütte zu übernachten.Die Gegend um die 3-Zinnen war im Dolomitenkrieg ein hart umkämpfter Frontabschnitt zwischen den italienischen Alpini und den Österreichischen Kaiserjägern.
Am nächsten Morgen stand der Kriegs-Stollen (Galeria-Paterna) auf dem Programm,der
im Innern des Berges zur Gamsscharte am Paternkofel hochführt.Von dort kann man weiter über den sogenannten Friedensweg oder Schartenweg zur kleinen aber feinen Büllelejoch-Hütte gehen.Die gesamte Begehung ist ein teilweise mit Stahlseilen gesicherter Weg an der Grenze zum Klettersteig.

Von der Gamsscharte am Paternkofel kann man in weniger als einer halben Stunde den Gipfel des Paternkofel (2744 m) erklimmen.Dieser historische Gipfel spielte eine dramatische Rolle im Dolomitenkrieg.Von dort konnte eine italiensche Alpini-Mannschaft
das gesamte Feld zwischen den Zinnen (Italienische Stellungen) und der Zinnenhütte (Österreichisches Gebiet) einsehen und unter Beschuss nehmen.


Bei einem Stoßtrupp-Unternehmen der Kaiserjäger um den Gipfel einzunehmen,fiel in den frühen Morgenstunden,kurz unterhalb des Gipfels der Kaiserjäger, bekannte Bergführer und hervorragende Kletterer und in Friedenszeiten auch Wirt der Dreizinnenhütte Sepp Innerkofler den Kampfhandlungen zum Opfer.Er war bei Dämmerung ganz alleine bis kurz unterhalb des Gipfels geklettert,dort aber entdeckt und zu Tode gekommen.

Aus Respekt vor diesem Bergführer und Dolomitenkletterer bargen die Alpinisoldaten die Leiche Innerkoflers und beerdigten ihn unter Steinen am Gipfel.Bei Kriegsende wurde er dort von den Österreichern (nun Südtiroler) geborgen,über die Wand herunter geseilt und in seinem Heimatort Sexten erneut zur Ruhe gebettet.

Natürlich musste ich diesen Gipfel dann auch zu Ehren von Sepp Innerkofler und aus Respekt vor dessen Leistungen als Kletterer in den Dolomiten,selbst besteigen.


Hier ein paar Bilder der Tour:


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